Worum geht es den Bürgerinitiativen?


 

Oberhausen-Emmerich ist Teil der Strecke Genua-Rotterdam, 
wobei der neue Gotthard-Tunnel durch die Alpen eine enorme
Zunahme des Verkehrsaufkommen zur Folge haben wird - wegen der Zeit- und Kostenersparnis gegenüber Schiff und Straße.

 

Das Mittelmeer und die Nordsee werden so neu verbunden, die Güter rollen per Bahn schnell und planbar durch Deutschland, statt sehr langer und unsicherer Schiffs-Passagen. Die Globalisierung hat die Industrie weltweit vernetzt. Möglich wird das durch gute Logistik - deshalb drängen die EU, der Bund und die Logistiker auf schnellen Ausbau der Betuwe-Güterzugtrasse.

Auf unserer Strecke sollen täglich 600 lange Züge rollen, drei Viertel davon werden mit Gefahrgütern beladen sein.


 

Nicht erst die Folgen des Ausbaus auf drei Gleise nehmen immer bedrohlichere Ausmaße an, sondern auch die Menge der schon heute über die vorhandene Trasse beförderten Gefahrgüter.

Die Gefahrgüter rollen bereits jetzt schon zunehmend auf unseren Gleisen, weil in den Niederlanden ab 1.4.2015 die gesetzliche Regelung „Wet basisnet spoor“ in Kraft ist. Gefahrgut soll möglichst vollständig über die Betuwe-Route transportiert werden, auch wenn dies nicht die kürzeste Strecke für die Güter ist. Eine der Zielsetzungen von„Basisnet“ ist es, bewohnte Gebiete in den Niederlande vor Gefahrgut-Transporten zu schützen. 


In NRW wird am Lärmschutz gespart, Bahnübergänge ersatzlos geschlossen und für die Sicherheit müssen die Anlieger sorgen. Millionen Anwohnern, nicht nur in NRW, werden dauerhaft Lärm, Folge-Kosten und extreme Risiken aufgebürdet.

In den Niederlanden gibt es das Gefahrgut-Informationssystem ISG entlang der Betuwe - bei uns gibt es nichts derartiges.
Die europäische Chemie-Industrie nutzt die Betuwe immer intensiver als Verbindungsweg für Vorprodukte - Folge der Globalisierung und internationalen Arbeitsteilung.
Das ist in der Studie "Schienennetz 2025/2030" des Umweltbundesamtes nachzulesen.

Die DB AG tut so, als wisse sie nicht, was transportiert wird. Obwohl es ein europäisches Logistik-Projekt ist, müssen die Kommunen alleine die Sicherheit am Gleis gewährleisten. Das Land NRW lässt die Kommunen im Stich und verweigert Hilfe, leugnet sogar eine eigene Betroffenheit des Landes NRW im Planfeststellungsverfahren. Katastrophenschutz wird auf kleine Anlieger-Kommunen abgewälzt, statt auf die Logistik-Unternehmen und Ihre Auftraggeber, die die Gefahr durch den Transport verursachen. 


 


 


 


 

Lärm macht krank - allein am deutschen Abschnitt der Trasse Genua-Rotterdam sind 3.643.810 Menschen betroffen.

Der Bremer Epidemiologe Eberhard Greiser schätzt, dass innerhalb von zehn Jahren rund 75.000 Menschen entlang des Rheins erkranken könnten, weil Zuglärm in der Nacht sie um den gesunden Schlaf bringt. Einzelheiten hier:


 

n-tv Reportage vom 9.3.2015


 

Universität Bremen

 

 

 


Die Kurzfassung für Eilige


Der Bund will Güter auf die Schiene bringen, weil Autobahnen voll und Brücken kaputt sind - das macht Sinn, aber bezahlen will der Bund für den Ausbau der Gleise nicht.
Die Logistiker wollen billige Trassen-Gebühren und drohen, weiter mit LKW zu transportieren.
Die Bahn spart deshalb bundesweit am Lärmschutz, bei den Bahnhöfen und bei der Sicherheit  - das ist schlecht.

Die Kommunen sollen den Lärm ertragen, und die Sicherheit bezahlen, obendrein werden die Stadtbilder durch Lärmschutz-Mauern verschandelt und Bahn-Querungen, also die Lebensadern der Städte, ersatzlos geschlossen.
Diese Belastungen bleiben so für die nächsten 100 Jahre. 
Das ist unsozial und ungerecht.

Statt Verzögerungen beim Ausbau, verursacht durch berechtigte Bürgerproteste, könnten die Güter schneller umweltfreundlich rollen,
 wenn auch die Anwohner ernst genommen werden.
 
Alle hätten Vorteile durch sichere und leise Gleise: Transporteure, Anwohner und Umwelt. Langfristig durch eine Trassen-Maut bezahlbar. Wer Güter transportiert haben möchte, muss dafür auch einen ehrlichen Preis zahlen.

Konsens wäre gut für die Umwelt, brächte eine Entlastung der Straßen und Beschäftigung für die Bauwirtschaft.

Statt dessen verschwenden wir Bürger hier unsere Energie und lassen Zeit und Geld bei Anwälten. Die mit Steuergeldern bezahlte Aufsichtsbehörde versagt.

 

  

 

 

 

 

 

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