Schienenbonus wurde 2015 abgeschafft und soll dreist durch eine Hintertür wieder eingeführt werden


Der Deutsche Bundestag hatte beschlossen, dass ab 2015 die Bahn keinen "Bonus" mehr bekommt - weil Schienenlärm genauso schlimm ist wie anderer Lärm.


Im Ausschuss zur Änderung der DIN 4109, einer Norm u.a. zur Berechnung von Schallschutzfenstern, wurde im Dezember 2016 überraschend ein Änderungsvorschlag eingebracht, der im Ergebnis nichts anderes als der Versuch der Wiedereinführung eines Schienenbonus in Höhe von 5 dB(A) ist.


Begründet wird dies mit angeblichen frequenzmäßigen Besonderheiten des Schienenlärms  - das gleiche Argument wurde bei der Einführung des Schienenbonus vor 40 Jahren vorgebracht, wissenschaftliche Nachweise dafür fehlen.


Die Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V. hat Widerspruch gegen diese Dreistigkeit eingelegt:





Hier die vollständige Pressemeldung der Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V.



Die deutsche Eisenbahnindustrie ist genauso innovativ wie die deutsche Automobilindustrie. Doch beide setzen ihre Kreativität nicht ein, um lärm- und emissionsarme Fahrzeuge auf die Straße bzw. die Schiene zu bringen, sondern um die Öffentlichkeit darüber zu täuschen, welche Lärm- und Dreckschleudern in Wirklichkeit unterwegs sind.


Die gleichen Tricks, mit denen die Pkw-Hersteller die Stickoxid-Emissionen der Dieselfahrzeuge zum Schaden von Menschen und Umwelt schönrechnen, setzt auch die Eisenbahnlobby ein, um den gesundheitsschädlichen Bahnlärm zu verharmlosen und einen wirksamen, aber teuren Schutz der Bevölkerung zu verhindern: Mess- und Berechnungsverfahren werden so manipuliert, dass nur Idealzustände betrachtet werden, aber nicht die dröhnende Realität ”viereckiger” Räder auf ungepflegten deutschen Schienen. Um das zu erreichen, treten oft wirtschaftlich mit der DB AG verflochtene Gutachter in den Normausschüssen von DIN, VDI und ISO auf, um unter dem Deckmantel einer angeblichen Unabhängigkeit ökonomische Interessen der Eisenbahnlobby zu verfolgen. 


Im Ausschuss zur Änderung der DIN 4109, einer Norm u.a. zur Berechnung von Schallschutzfenstern, wurde im Dezember 2016 überraschend ein Änderungsvorschlag eingebracht, der im Ergebnis nichts anderes als der Versuch der Wiedereinführung eines Schienenbonus in Höhe von 5 dB(A) ist. Begründet wird dies mit angeblichen frequenzmäßigen Besonderheiten des Schienenlärms  - das gleiche Argument wurde bei der Einführung des Schienenbonus vor 40 Jahren vorgebracht, wissenschaftliche Nachweise dafür fehlen.

Der 1. Vorsitzende der Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V. (BVS), Alexander Führer: ”Die Privilegierung des Schienenlärms in Form des sogenannten Schienenbonus wurde vom Bundestag zum 1.1.2015 abgeschafft, weil sie sachlich nicht mehr berechtigt ist. Wird der Schienenbonus beim passiven Lärmschutz durch die Hintertür wieder eingeführt, dann werden die Menschen in diesen Wohnungen nicht ausreichend vor dem Schienenlärm geschützt; Tausende zusätzlicher Lärmtoter würden die Folge sein. Die BVS hat daher beim DIN-Normenausschuss Bauwesen Einspruch gegen diese Änderung erhoben.”

Es wird immer klarer, dass die Eisenbahnunternehmen und die Eisenbahnindustrie gar kein wirkliches Interesse an der Beseitigung des Schienenlärms haben, sondern weiterhin den Weg gehen wollen, durch Lobbyarbeit bei Norm- und Gesetzesgebern den Bahnlärm künstlich kleinzurechnen und zu bagatellisieren und den Betroffenen alle Abwehrrechte zu nehmen. So gräbt sich die ”Eisenbahn” aber ihr eigenes Grab, weil sie in wenigen Jahren gegenüber der Elektromobilität auf der Straße keine Klimavorteile mehr aufweist, aber weiterhin die große Bürde einer ”Achillesferse” Schienenlärm.


 

 

 

 

Bundestag degradiert uns zu Bürgern 2. Klasse 


 

Jetzt ist es amtlich !

der Bundestagsbeschluss vom 28.1.2016
stempelt die Bürger vom Niederrhein zu Bürgern zweiter Klasse ab!

In Baden-Württemberg wird menschengerechter Lärmschutz - mehr als vom Gesetz gefordert - für alle Anwohner bezahlt (1,5 Milliarden €), bei uns in NRW 
werden 40 Millionen € für Sicherheit verweigert und Lärmschutz "wegen Unwirtschaftlichkeit" zehntausenden Bürgern verweigert


 

Und wann werden unsere Politiker endlich wach???



Der lange Kampf der Bürgerinitiativen für einen bürgerverträglichen Trassenausbau im Rheintal feiert einen riesengroßen Erfolg!


 

Nach jahrelangen Verhandlungen über den Ausbau der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Basel ist dem dortigen Projektbeirat, in dem die Bürgerinitiativen von Anfang an Mitglied und treibende Kraft waren, eine historische Entscheidung gelungen, die nun am 28.01.2016 vom Bundestag beschlossen wurde:

 

 

http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2015/059-odenwald-projektbeirat-rheintalbahn-historische-entscheidung.html


 

Allein die Mehrkosten für den Ausbau der Rheintalbahn übersteigen die Gesamt-Ausbaukosten (geplant 1,5 Mrd.) unserer Bestandsstrecke Emmerich-Oberhausen deutlich!


 

Nur zwei Beispiele:

… ein 7 KM langer Güterzugtunnel in Offenburg für 1,2 Mrd. Euro.

… eine Autobahn-parallele Trasse von 479 Mio. Euro


 

Und wann werden unsere Politiker endlich wach???


 

Die Bürgerinitiativen am Niederrhein, die nun endlich Mitglied (seit Juni 2015) im Projektbeirat Niederrhein sind, gratulieren natürlich den Initiativen vom Oberrhein. 


 

Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass sich in unserem Projektbeirat so gut wie nichts bewegt. Im Gegenteil sogar! Bürgerinitiativen wird die Mitarbeit erschwert, der Vorsitzende des Projektbeirats Staatssekretär Odenwald, der gleichzeitig auch Vorsitzender im Projektbeirat der Rheintalbahn mit seiner historischen Entscheidung ist, konnte an den letzten zwei Sitzungen nicht teilnehmen. 


 

Stattdessen wurde die letzte Sitzung im Juli 2015 vom Konzernbevollmächtigten der DB Herrn Reiner Latsch geleitet. Aus Sicht der Bürgerinitiativen ist das nicht der richtige Ansatz, wie ein Projektbeirat geleitet werden sollte. Hier muss eine neutrale Person eingesetzt werden, nicht der Antragsteller des Bauvorhabens!  


 

  

Weitere Artikel zur historischen Entscheidung desProjektrates vom Oberrhein:

 

http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2015/059-odenwald-projektbeirat-rheintalbahn-historische-entscheidung.html

 

 

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/historische-einigung-zum-rheintalbahn-ausbau/

 

https://mvi.baden-wuerttemberg.de/de/ministerium/presse/pressemitteilung/pid/historische-entscheidung-im-projektbeirat-fuer-den-ausbau-der-rheintalbahn/

 

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.historische-entscheidung-laermschutz-fuer-alle-an-der-rheintalbahn.991d6b9c-d8c3-4051-a3b1-99ad14c18a98.html

 

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/suedbaden/beschluesse-zur-rheintalbahn-tunnel-fuer-offenburg-kommt/-/id=1552/did=15728252/nid=1552/1r4wrjt/

 

http://www.swr.de/swr4/bw/programm/fluechtlinge/verkehrsminister-hermann-zur-rheintalbahn-eine-historische-entscheidung/-/id=15915142/did=16858398/nid=15915142/1rs5sjy/index.html

 

 

  

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